Ein Interview mit Paulo Coelho über das iranische Volk. Das Gespräch führte Martin Scholz – Mitteldeutsche Zeitung
Senhor Coelho, vor einem Jahr sind Ihre Bücher im Iran verboten worden. Planen Sie dennoch, Ihren neuen Roman „Aleph“ in die iranische Amtssprache Farsi übersetzen zu lassen?
Coelho: Das habe ich bereits gemacht. Die Farsi-Ausgabe meines Romans gibt es als kostenlosen E-Book-Download auf meiner Website. Nach dem für mich völlig überraschenden Verbot meiner Bücher vor einem Jahr wusste ich, dass es schwierig sein würde, im Iran einen neuen Verleger zu finden. Also bat ich meinen bisherigen iranischen Verleger, mein neues Buch zu übersetzen. Er hat das mit großem Enthusiasmus gemacht. Dann haben wir seine Übersetzung ins Web gestellt – als PDF und in anderen verschiedenen Formaten zum Downloaden. Ich wollte, dass die Menschen im Iran trotz der Zensur mein Buch lesen können.
Nach dem Verbot Ihrer Bücher im Iran haben Sie offiziell bei der brasilianischen Regierung darum gebeten, dagegen zu protestieren. Was hat das gebracht?
Coelho: Nicht viel. Teheran hat meiner Regierung gegenüber einfach bestritten, dass man meine Bücher verboten hätte. In der offiziellen Stellungnahme hieß es: Nicht ich, sondern mein iranischer Verleger sei verboten worden – und damit auch die von ihm verlegten Bücher. Das ist absurd. Fakt ist zurzeit: Die einzigen frei verfügbaren Farsi-Übersetzungen meiner Bücher im Iran sind meine Online-Downloads.
Dass Sie zahlreiche Übersetzungen Ihrer Bücher zum kostenlosen Download online bereitstellen, hat vor Jahren zunächst im Buchhandel für viel Aufregung gesorgt – obwohl parallel dazu die Zahl Ihrer verkauften Print-Bücher noch gestiegen ist. Haben Sie die Online-Piraterie in eigener Sache jetzt als Ausdruck politischen Protests entdeckt?
Coelho: Sagen wir so: Ich kann auf diese Weise sehr effektive Bypässe legen und die Zensur umgehen. Das ist mir sehr wichtig. Auf Facebook und Twitter habe ich sehr viele Zuschriften von iranischen Lesern bekommen, die sich dafür bedanken, dass ich meine neuen Bücher weiterhin auf Farsi übersetzen lasse, dass ich sie nicht vergessen habe. Viele sind völlig überrascht, weil sie so etwas einfach nicht erwartet hätten. Das gefällt mir.
Wie oft wurde Ihre Farsi-Ausgabe bisher heruntergeladen?
Coelho: Es gab bisher etwa 350 000 Downloads. Da muss man allerdings die Diaspora noch mit einrechnen. Ich weiß also nicht, wie viele derjenigen, die sich die Farsi-Version heruntergeladen haben, tatsächlich im Iran oder in den USA und anderen Ländern leben.
Vor elf Jahren war die Situation noch eine völlig andere: Sie konnten im Jahr 2000 als erster westlicher Schriftsteller nach Khomeinis Machtergreifung zu einer Lesereise in den Iran kommen. Sie sagten damals, Sie würden gerne zurückkehren…
Coelho: Es ist leider nie dazu gekommen. Ich würde immer noch gerne in den Iran reisen, ungeachtet der gegenwärtigen Spannungen. Damals stand Regierungschef Khatami erstmals nach langen Jahren der Abschottung für einen offeneren Iran. Er vermittelte zumindest die Ahnung, dass sich das Land öffnen könnte. Heute ist es extrem kompliziert, dorthin zu gehen. Aber auch damals war es nicht einfach. Als ich im Jahr 2000 dort war, hatte ich vor allem Kontakte zu meinem iranischen Verleger und seiner Familie. Davon abgesehen war ich während meines Besuchs ständig von Securityleuten umgeben, die meine Schritte überwachten. Ich konnte nicht wirklich in einen offenen Meinungsaustausch mit Iranern vor Ort kommen. Dennoch war die Reise für mich unvergesslich, ein Gewinn – ich bewundere ihre Kultur.
Damals kritisierten Sie den Westen dafür, dass er in seiner Kritik des iranischen Regimes immer auch pauschal das iranische Volk dämonisiere. Hat sich das nach der Grünen Revolution 2009 verändert?
Coelho: Nein, das ist leider immer noch so. Es stimmt zwar: Während der Grünen Revolution hat der Rest der Welt erkannt, dass man die Iraner nicht mit ihrer Regierung gleichsetzen kann. Das währte allerdings nur so lange wie die Grüne Revolution andauerte. Danach wurde der Unterschied zwischen Regime und den Menschen, die unter ihm leben und leiden müssen, schnell wieder vergessen. Das kann man derzeit in den Berichten über die Zuspitzung des Konflikts zwischen USA und Iran wieder verfolgen. Wir sind zu der alten Sichtweise zurückgekehrt.
Es heißt, dass Sie proportional die meisten Leser im Iran und in Israel haben…
Coelho: Das stimmt. Und von meinen Reisen und Begegnungen weiß ich: Iraner und Israelis haben viel mehr gemeinsam, als ihre Liebe für meine Bücher. Das Geschichtenerzählen, meine Art, Geschichten zu erzählen, transzendiert offenbar die kulturellen und politischen Grenzen und Unterschiede zwischen Iran und Israel. Wir leben in einer Zeit, da immer mehr Brücken zwischen den Ländern einstürzen – diplomatische, ökonomische wie politische Brücken. Wenn man fähig ist, die Geschichten des anderen zu verstehen, bedeutet es: „Du bist nicht mein Feind. Lass uns einen Weg finden, zumindest einen Dialog zu beginnen.“ Ich glaube, dass sich die Menschen in Iran und Israel näher sind, als die Presse es gemeinhin darstellt. Viele sind diesen nicht enden wollenden Konflikt so leid.
US-Präsident Obama hatte es nach Beginn seiner Amtszeit mit mehr Dialogbereitschaft gegenüber Teheran versucht. Ohne Erfolg. Kürzlich schickte er einen Flugzeugträger in die Straße von Hormus, nachdem der Iran angekündigt hatte, die strategisch wichtige Meerenge zu schließen.
Coelho: Ich weiß auch nicht, wohin das führen wird. Die Diplomatie wurde doch erfunden, um komplizierte Konflikte zu verhandeln, friedlich zu lösen. Um Kriege zu vermeiden. Wenn ich mir in den USA das verbale Säbelrasseln der Republikaner im Vorwahlkampf anhöre, graust es mich. Sie ziehen das alte Feindbild Iran aus der Tasche, um das Land zu dämonisieren, und so vor allem die Aufmerksamkeit auf sich selbst zu lenken. Das ist eine gefährliche Entwicklung, die mir Sorgen macht. Wissen Sie, was für ein Tag heute ist?
Der 15. Dezember. Warum fragen Sie?
Coelho: Heute ist der Tag, an dem der Dritte Golfkrieg im Irak von den USA offiziell als beendet erklärt wurde. Es ist kein Datum, das in diesen Tagen große Aufmerksamkeit erregen würde. Ich habe mir dennoch die Frage gestellt: Was hat dieser Krieg gebracht? Nichts.
Quelle: Mitteldeutsche Zeitung
Sehr Interesanntes Gespräch!
Vieleicht ist es bei den Iranern einfacher auch die andere Seite zu zeigen wie bei Arabern und Türken!
Bei den Arabern gehören die Christen irgendwie nicht dazu (Wenn man die Presse liest)
Bei den Türken sind die Christen für unsere Presse ebenfalls keine Türken sondern eher Exotisch!
Im Gegenzug wird bei keinen Berichten eingeblendet das es (vieleicht) auch eine gegenbewegung geben könnte! Demonstranten und Freiheitskämpfer die nicht unter Islam einzuordnen sind! Alles an Aufständen läuft 100%ig unter Islam und Islamischen Nationa (Patrio)tismus!
Es muss doch auch Gegenbewegungen geben!
Zumindest die Iraner sind meines Wissens die einzigen die in Deutschland erkennbar eine Gegenbewegung hervorgebracht haben!
Selbst Mina Ahadi und ihre Gruppe „Ich habe abgeschworen“ bestehen hauptsächlich aus Iraner (und wenigenTürken)
Jedenfalls finde ich es gut das auch in Deutschland die andere Kulturelle Seite des Irans Publiziert wird
Andre
Vielen Dank Andre, dass ich wie immer unseren Artikel bei Dir veröffentlichen darf. In der Tat können die Iraner auf eine sehr alte Geschichte mit einem Vielvölkerstaat und verschiedenen Glaubensrichtungen zurückblicken und das ist das Geheimnis unserer Kultur, in der wir uns als erstes als IranerIn bezeichnen und nichts anderes. Der Glaube eines Iraners, ob er nun jüdisch, christlich oder islamisch gesinnt ist, wird im Iran in der Regel nicht herauskristallisiert, denn wir betrachten uns als Iraner. Ich persönlich tu alles für die Aufklärung, welche Religion der Islam ist, und wie giftig dieser Glaube ist, plädiere aber nie dafür die Muslime zu tilgen oder sie zu vernichten.
Bei den Arabern ist es leider so, dass sie gerne vergessen, dass bevor Mohammad seinen Glauben brachte, diese entweder Götzenanbeter waren (sind sie heute noch mit ihrer Hadsch-Zeremonie), oder zum größten Teil jüdisch gesinnt, dann christlich! Sie wollten alles getilgt haben und machen die Augen bewusst über die Tatsachen und Fakten zu!!!
Mit den Türken läuft es anders, und zwar, sie hatten ihre Götter vor ihrer Invasion in den Iran und weiter nach Westen. Aber, ihnen wurde vor Jahrhunderten gesagt (Beweise gibt es), dass wenn sie zum Islam konvertieren, würden sie gewisse Rechte genießen und sie brauchen sich keine große Mühe zu geben, um zwischen den Völkern aufgenommen und akzeptiert zu werden, denn wenn jemand sich zum Islam bekennt, wird er als Glaubensbruder betrachtet und nicht als deren Feind. Daher ist die erste Religion, die die Türken kennengelernt hatten, die Religion Islam! Später durch ihren Marsch in westliche Gebiete über das iranische Plateau hatten sie andere Völker kennengelernt, deren Gebiete sie mit Gewalt wegnahmen und eroberten, denn sie waren Muslime und bekamen die Erlaubnis von den damaligen Königen und Kalifen, dass diese Länder den Koffâr (Ungläubigen) gehörten und es ist ihr gutes Recht das zu tun und je weniger Koffâr, desto besser. Die Bevölkerung dieser Gebiete waren christlich gesinnt, die fortan als Untertanen der türkischen Osmanen betrachtet wurden. Ihnen wurde im Laufe der Jahre die Sprache weggenommen und die türkische Sprache mit einem Mischmasch an persischen und arabischen Wörtern als die erlaubte Sprache gegeben und eine künstliche türkische Identität geschaffen! Was das Gegenteil zu alten achämenidischen Königen war, die über ein großes Reich aus Vielvölkern regiert hatten und diese Völker waren frei in der Ausübung ihrer Sprache, Kultur, Gebräuche und Glauben. Die Osmanen wollten aber alle türkisch sehen und türkisiseren! Und heute redet man herablassend über die Glaubensminderheiten in der Türkei und sie sind in dem Sinne Bürger zweiter Klasse. Dasselbe haben die Araber mit andersgläubigen Völkern gemacht!
Du ahnst nicht welches dicke Band uns Iranern mit Israelis verbindet, dass Jahrtausende alt ist. Überwiegend die Künstler in Israel sind Iraner oder iranischer Abstammung. Es gibt große iranisch-israelische Gemeinschaften, denen es bewusst ist, dass sie immer wieder in der Geschichte einander geholfen und unterstützt haben. Darauf bauen wir Iraner, auf Liebe, und nicht auf Hass, den die Mullahs wollen, daher bleiben sie damit im kleinen Kreise.
Was aber schon wichtig ist zu sagen, ist, dass Islam in einem kuenftigen Iran nicht mehr oeffentlich ausgeuebt werden darf. Hier muss die Religionsfreiheit eingschraenkt werden, weil Islam den Staat schon durch seine Natur permanent bedroht! Darueberhinaus hat der Staat die Aufgabe in den Schulen die Menschen ueber die Islamische Unkultur aufzuklaeren. Es kann nicht so weitergehen wie unter dem Shah, Islam ist eine faschistische Ideologie und muss aus der Oeffentlichkeit verbannt werden. Wer will, kann sich ja zuhause auf den Boden schmeissen.
Ich bin absolut Deiner Meinung. Säkularismus, daneben aber das Behandeln alle Religionen und Glaubensrichtungen schon in der Grundschule, weiterführende Schulen, an den Universitäten und Rundfunk, Zeitungen, Zeitschriften und ein Haufen Büchern!
Ich habe gestern das Interview von einem Christen, Ex-Muslim, im Iran gehört, der nach langem Haft und Folter flüchten konnte und heute darüber berichtet, dass die junge Menschen sich nach Liebe und Seligkeit, nach einer friedlichen Religion sehnen, und eine sehr große Zahl dieser jungen Menschen konvertieren heimlich zum Christentum. Ich hoffe nur, dass es diesen Menschen klar wird, dass sie später auch ihren Glauben für sich zu Hause halten sollen. Im Grunde genommen ist die Lehre Jesu Christis (nicht das, was die Kirche uns weismachen will) genau die Worte des erhabenen Zarathustra! Wenn ich die Quelle habe, würde ich nicht mich an die Kopie festhalten, aber das ist jedem frei! Original oder nicht!
Hier das Interview:
Hallo Fartaab,
Du hast geschrieben: „Der Glaube eines Iraners, ob er nun jüdisch, christlich oder islamisch gesinnt ist, wird im Iran in der Regel nicht herauskristallisiert, denn wir betrachten uns als Iraner.“
Meines Wissens gab es bis zur Regierung von Reza Khan/Pahlavi ein jüdisches Getto in Teheran und anderen Städten. Erst Reza Pahlavi hat die jüdischen Iraner den moslemischen Iranern gleichgestellt und dies ist maximal 90 Jahre her. Hatte die iranische Kultur davor einen mehr als 1000jährigen Winterschlaf? Und die Wachzeit hat nur knapp 60 Jahre gedauert – und dann ab 1979 wieder Winterschlaf?
Und warum waren die Araber vor Mohamed entweder „Götzenanbeter“ oder jüdisch/christlich? Bedeutet das Wort „Götze“ nicht „falscher Gott“? Betrachtest Du nur den Juden- /Christen- oder Moslem- Gott als potentiell „richtigen“ Gott?
Wie kommst Du zu der Aussage, daß „Überwiegend die Künstler in Israel sind Iraner oder iranischer Abstammung.“? Soll das ein Witz sein?
Waren die jüdischen Künstler, Literaten und Wissenschaftler, die zu tausenden aus Nazideutschland geflüchtet sind auch iranischer Abstammung? Oder gar Theodor Herzel und die jüdischen Pioniere in Israel im 19. Jahrhundert?
Ja – mein Beitrag ist polemisch und das hat seinen Grund.
Turandocht
Kein Problem Turandocht, es kann ruhig polemisch sein, denn vielleicht brauchst Du mehr Info dazu. Die gebe ich dir gerne. Ab der Safawiden Zeit wurden die Juden leider in Iran durch die Mullah Hetzen und den Hof verfolgt und darüber werden wir schreiben. Dann in der Qâjâren Zeit genauso! Erst zur Zeit der Pahlavi wurden die Juden laut Verfassung gleichgestellt! Das Alles braucht gesonderten Artikel, den wir auch veröffentlichen werden. Nur Geduld dazu.
Vor Mohammad waren tatsächlich die übliche Religionen (monotheistisch) jüdische, christliche und ein Teil der geflüchteten Iraner nach arabischer Halbinsel (ein kleiner Teil) die Zoroastriert (Anhänger von Mazdak). Dazu kommen wir auch später. Die Götzenanbetung in dem Ausmaß war nicht so wie viele denken, dass die Götzen tatsächlich angebetet wurden, sondern sie waren das Symbol irgendwelcher Gottheiten wie Blitz, Wasser, Luft, Feuer, Tiere und an für sich Naturgewalt. Das beste Buch, was auch in Deutsch zu lesen ist, ist das Buch 23 Jahre von Ali Dashti. Das ist nicht meine Behauptung! Dann gibt es das Buch Šaxsiyate Mohammadi [Die Persönlichkeit Mohammeds] von dem arabischen Autor Al-Rassafi. Das Buch ist so brisant, wenn fast 90 Jahre alt, wurde aber von den iranischen Aufklärern ins Persische übersetzt und gibt es in PDF Foermat zum Lesen! Ich werde bei Gelegenheit davon auch übersetzen. Götze bedeutet nicht falscher Gott, und ich weiß nicht, woher deine Info. steht. Eine Götze ist eine Statue oder nicht vorhandenes Symbol für eine Gottheit! Wie z. B. in den griechischen Tempeln wurden Statuen für Jupiter, Mars, Zeus und so weiter… aufgestellt, aber diese Götter waren tatsächlich im Himmel.
Dann kommen wir zu den jüdischen Künstlern und Wissenschaftlern oder Persönlichkeiten, die iranische Abstammung sind. Ich habe sie erwähnt, aber nicht behauptet, dass alle Wissenschaftler in Israel iranische Abstammung haben und damit verleugne ich nicht, dass eine sehr große Zahl der Juden lebend in Europa, besonders Deutschland zu der Eliten gehörten. Dafür könntest Du ruhig das Buch Deutschland schafft sich ab von Sarrazin lesen, der genau mit Zahlen sogar angibt, wie viele jüdischen Wissenschaftler, Künstler, Forscher und darunter auch Archäologen wie Herzfeld, dem wir Iraner immer mit großem Dank erwähnen, aus Deutschland kamen und natürlich hatten welche es geschafft nach Israel zu gelangen.
Wenn ich über die israelische Künstler mit der iranischen Abstammung schreibe, kann ich auch ruhig Beweise bringen. Und das werde ich auch tun, hab bitte bis Morgen Geduld und das werde ich hier noch posten.
Verehrte Turandocht, sei gewiss, jedes Wort, dass nicht in einem Artikel veröffentlicht wird, sondern als Kommentar, immer eine Quelle und einen Beweis dahinter hat! Ich gehöre nicht zu der Sorte, die irgendetwas von sich geben, das nicht zu beweisen ist.
Für weitere Fragen stehe ich gerne zur Verfügung.
edited by Ardašir Pârse
Verehrte Turandocht,
Provokationen und Beleidigungen lassen Sie bitte auf Tangsirs Blog. Fartâb hat Ihnen anstaendig geantwortet und sogar Literaturtipps gegeben. Nachdem ich den Schwachsinn, den Sie gerade bei Tangsir ueber uns von sich gegeben haben gelesen habe, weiss ich schon woher der Wind weht. Bitte ordentlich kommentieren oder es sein lassen, so koennen Sie bei Tuerken wie Tangsir kommentieren.
Danke!
Das habt ihr genau auf den Punkt gebracht. Und füge ich gerne hinzu:
Die Rechte aller Religionen müssen gleichgestellt werden, und das muss in künftiger Verfassung dick verankert sein. Es darf auf keinen Fall wieder Schiitismus als offizielle Religion in diesem Lande geben. Die Konvertierung der Iraner zu anderen Glauben, ob Christentum, Judentum, Zoroastertum…..sollte nicht nur begrüßt, sonder unterstützt werden.
Nur dadurch kann man das Machtmonopol des Schiitismus bzw. Akhondismus endgültig in brechen.
Darüber hinaus möchte ich kurz darauf hinweisen, dass es in Iran nie ein Vielvölkerstaat existierte und nie einen gegeben hat. Alle Iraner, die im Tableland leben sind iranische-arische Abstammung (aghwam irani). Dieser Begriff Vielvölkerstaat wird vehement von den türkischen, kurdischen, arabischen Separatisten verwendet, um territoriale Integrität des Iran in Frage zu stellen. Die UDSSR und noch heutige Russland und damalige Jugoslawien waren Vielvölkerstaat, die mit Waffengewalt und künstlich als eine Einheit gegründet wurden.
Duste gerâmi Sâm, den Begriff Vielvölkerstaat benutze ich bewusst, nicht im Sinne der genannten Gruppierungen und defekte Köpfe, die Sie meinen. Diese Aqvâme Irâni (tirehâye irâni), die Sie meinten, da haben Sie vollkommen Recht. Mit dem Vielvölkerstaat meine ich aber, dass zur Zeiten der Achämeniden die Perser bis nach Indien eingedrungen waren und sich mit den dunkelhäutigen vermischten, auch wenn nicht, taten sie ihnen nichts Böses an! Oder die Assyrer und Babylonier oder die arabischen Stämme entlang der arabischen Halbinsel! Ich meinte nicht die Iranische Völker im iranischen Plateau und das Kernland! Daher bitte ich Sie dies zu berücksichtigen.
Das mit Religionen habe Sie auch vollkommen richtig gesagt! Je weniger diese giftige Ideologie desto besser, nur im Hinterkopf haben, dass jede Religion und Ideologie (himmlisch oder irdisch) absolutes Tabu für eine Demokratie ist! Und es sollte auch im neuen Verfassungsgesetz ausdrücklich verankert werden, dass keine Partei auf religiöser Basis, wenn es an die Macht kommt, jemals die Verfassung ändert oder durch die vorhandene Demokratie und Freiheit schleichend alles wieder umkippen. Schlicht und einfach: Die Regierung in der Türkei!
Ein tolles Interview und noch interessanter Kommentare.
Vielen Dank!
Vielen Dank Bijan für dein Feedback!