Verehrte Golshifteh,
lass mich bitte diesen Brief mit einem Gedicht von Frau Foruq Farroxzâd, beginnen:
„Tufâne ta’ne, xandeye mâ râ ze lab našost
Kuhimo dar miyâneye daryâ nešasteyim
Âri, kuhimo dar miyâneye daryâ nešasteyim“
Deutsch: „Der Sturm des Sarkasmus konnte das Lächeln auf unseren Lippen nicht verschwinden lassen; wir sind der Berg, sitzend mitten im Meer; ja, wir sind der Berg sitzend mitten im Meer“.
Du, ohne dass Du es willst oder sogar wolltest, bist von nun an die Freiheitsbotschaft Millionen iranischer Frauen, die seit 1400 Jahren in einem schwarzen Leichentuch namens Tschador verhüllt sind. Die Frauen, deren Körper und Haut nie das Licht der Sonne fühlen und der freie Wind nie streicheln konnte. Jene Frauen, deren Haar nie die wohlduftende Frühlingsbriese und die Wärme des seelenstreichelnden Lichts der Sonne umhüllen, wogen und anlächeln konnten. Dämonen [Ahrimanân] flüchten vor der Schönheit; sie sind gewöhnt an die Dunkelheit der Nacht, denn sie sind in der Dunkelheit und der Schwärze der Nacht nur aktiv und können täuschen; denn sie können nur unter ihren schwarzen und dunklen Masken ihre hässlichen Fratzen verstecken.
Du stehst vor 1400 Jahre besudelter Geschichte und mit bemerkenswerter Entschlossenheit zeigst den Körper der iranischen Frau und schreist diese besudelte Geschichte an: „Schau mich an! Das bin ich, das sind wir (Frauen), die Du in Ketten gelegt hast. Schau her, wie ich vor Deinen widerwärtigkeitsliebenden Augen meinen wunderschönen Körper zur Schau stelle und ihn zeige. Schau mich an, schau uns an, wie ich dieses aufgezwungene Leichentuch, das das Zeichen Deiner schwarzen und besudelten Seele ist, zerreiße und mich und uns befreie“.
Verehrte Golshifteh, heute bis Du nicht mehr allein, denn:
Mâyim, mâ ke ta’neye zâhed šenideyim
Mâyim, mâ ke jâmeye taqvâ darideyim
Zirâ darune jâme bejoz peykare farib
Ze hâdiyâne râh, haqiqat nadideyim
(Foruq Farroxzâd)
Deutsch: „Das sind wir, die den Sarkasmus des Scheinheiligen gehört haben; das sind wir, die das Gewand der Frömmelei zerrissen haben. Denn unter diesem Gewand haben wir nichts außer Lügen von diesen Frömmlern gesehen und nicht den wahren Weg“.
Heute ist es die befreiende Wiedergeburt „Zurück zu seinen Wurzeln“, die ihre Quelle in der Tiefe der iranischen Geschichte und Erhabenheit hat, unterwegs, um die Ketten der 1400 Jahre alten Sklaverei, gefesselt an die Gedanken und Seelen der Iraner, Mann und Frau, zu vernichten, zu zerreißen. Wir werden siegen, denn Ahurâ Mazdâ, der Gott, der die Vernunft und den Verstand zum Fundament seiner Schöpfung machte, begleitet uns; und die Zeit ist für uns. Wir werden die zusammengebrochene iranische Identität und Kultur wieder aufbauen, und werden Iranern ihren verloren gegangenen Stolz und Großmut wieder zurück geben. Du hast Dich mit Deiner Tat dieser Freiheitsbewegung angeschlossen, und wir gratulieren Dir und uns selbst zu diesem Bündnis.
Dr. Khosro Khazai (Pardis)
Europäisches Zentrum für zoroastrische Studien
Eine gute Reaktion und sicher auch eine tolle geistige Unterstützung für diese Frau, der ich mich nur anschließen kann. Ich möchte den guten Sinn diese Worte aber auch erweitern auf alle Frauen, die in Pakistan, Afghanistan, Saudi Arabien und anderswo dieses (wunderbare Methapher, die in unmittelbare Nähe der Realität rückt) Leichentuch tragen müssen. Diejenigen, die dies im Westen freiwillig tragen und meinen, dass sie dies in freiwilliger Meinung tun würden, verraten damit die Frauen, die im Namen dieser Pseudoreligion dieses Leichentuch (klasse) tragen müssen!!!
Es ist unfassbar, dass Frauen noch heute nach über 1.400 Jahren sich dem Diktat eines Mannes beugen, der möglicherweise gar nicht gelebt hat oder wenn er gelebt hatte, ursprünglich nicht diese Bedeutung hatte, die ihm Jahrzehnte später nachträglich angedichtet wurde. Es ist schon fast tragisch traurig für islamische Frauen, die sich verhült haben für einen Glauben, der es auch bei strikter Befolgung der religiösen Regeln für Frauen nicht gut meint. Was hält gerade Frauen in dieser Religion? Das war für mich schon immer äußerst unverständlich. Offensichtilch Ergebnis unterdrückender hypnotischer Suggestion, das kann ich ja bei einfachen Frauen, die nichts anderes kennen gelernt haben, noch verstehen. Aber dass auch aufgeklärte Frauen sich noch als Muslima bezeichnen, kann ich nicht verstehen.
Verehrter Bazillus, es ist der Anfang und es wird die Zeit kommen, dass die Frauen in diesen genannten Ländern den heutigen Status der Frau in der freien Welt erreichen! Erinnere Dich bitte an die Zeit in Europa, wo die ersten Frauengruppierungen und Organisationen gegründet wurden, um gegen das Patriarchat und die Männerherrschaft in Europa zu protestieren! Sie wurden auch von Frauen unterdrückt, die nicht soweit waren, zu zugeben, und diese Idee wurde von ihnen als ein Affront gegen die gesellschaftliche Ordnung und Hierarchie gesehen! Irgendwann bekamen die Frauen das Wahlrecht und dass die Frauen und Männer die Gleichberechtigung genießen können! Aber sogar in der heutigen Zeit gibt es keine absolute Gleichberechtigung der Frau in Europa, besonders in Deutschland! Bis heute verdient eine Frau für dieselbe getane Arbeit weniger als ein Mann! Die Krankenversicherungsbeiträge sind bei den Frauen höher gestellt, unter dem lächerlichen Grund, dass nun die Frau länger lebt als der Mann!
Diskriminierung gibt es heute noch, aber in den islamischen Ländern ist es noch schrecklicher!
Ich selbst bin Unternehmer, bei mir bekommen Frauen das gleiche Geld wie Männer. Es gibt da keinen Unterschied. Allerdings gibt es Ausnahmen bei
schwerer Körperlicher Arbeit, die für Frauen nicht zumutbar ist. Die Männer müssen dafür natürlich auch gut bezahlt werden. In der DDR gab es da auch keinen Unterschied.
Danke mein Freund für Deine Info.
Das wird in diesen genannten Ländern, verehrte fartaabpaars, nicht so einfach sein wie in Europa. Eine Religionspolizei gab es in neuerer Zeit in Europa nicht. Die Frauen waren in Europa zwar unterdrückt, aber nie so unterdrückt wie die islamische Frau. Die Frau in Europa konnte selbst im Mittelalter, wenn auch hinter Klostermauern, Wissen erwerben, zumindest einzelne. Selbst in der Kirche waren Frauen zwar von den Männern sittsam getrennt, aber innerhalb der Kirche während der Messfeier. Im Islam ist ja selbst das schon eine Ungleichbehandlung. Die Frau konnte im Christentum und in anderen Religonen nicht das „männliche“ Gebet ungültig machen, wenn die GEbetsrichtung durchkreuzt war. In anderen Religionen waren zwar die Frauen „untertan“, das Schlagen von Frauen wurde nicht ausdrücklich erlaubt, die Ehevergewaltigung stand auch nicht auf dem Programm, selbst wenn das Wort der Paulusschen „Untertänigkeit“ von Kerlen schamlos ausgenutzt wurde. Die strikte Trennung zwischen Mann und Frau wie im Islam hat es im Christentum nie gegeben. Tanz und Kunst sprechen da eine eindeutige Sprache.
Ich denke schon, dass das andere Voraussetzungen, also bessere, wenn auch nicht ideale Voraussetzungen waren, die Gleichberechtigung voranzutreiben. Auch die Sakramentalisierung der Ehe durch die Kirche hat nicht nur Schlechtes bewirkt. Sie hat bewirkt, dass Mann und Frau vor Gott gleichberechtigt waren, eine Sichtweise, die m Islam noch meilenweit unterentwickelt gesehen wird.
Totale Gleichberechtigung wird es nicht geben. Da sorgen schon die Wirtschaftseliten für. Die damalige Gleichberechtigungsphase war auch wie immer von Wirtschaftsinteressen geprägt. Das haben die Feministinnen jedoch nicht erkannt oder nicht sofort erkannt. Sie ließen sich unerkannt vor den Karren der Wirtschaft spannen. Die Wirtschaftsbosse haben durch die Stärkung der Frauenarbeit mit der Senkung der Löhne begonnen, so dass noch heute die Frau in der Regel weniger verdient als der Mann in gleicher Position. Diese „wirtschaftliche “ Emanzipation war eine günstige Gelegenheit, ungleiche Lohnlevels einzuführen und beizubehalten. Die Masse der Werktätigen durch die zusätzliche Arbeitskraft der Frauen ließen insgesamt die Löhne purzeln. Auch heute sind Zeitverträge, 400-Euro-Jobs und andere Niedriglohntätigkeiten im Kommen und haben Hochkonjunktur auch auf Kosten der Frau. Die Niedriglohnjobs und die niedrigen Löhne sorgen dafür, dass beide arbeiten müssen und somit kein Nachwuchs mehr planbar ist, weil jederzeit ein Partner als Geldverdiener ausbleiben kann und dann der Gang in die Armut vorprogrammiert wurde. Also die Gleichberechtigung hat auch ihre Schattenseiten, wenn sie denn falsch durchgeführt wird.
Vielen Dank für diese Information mein verehrter Freund 😉
Nachzutragen wäre noch, dass der Analphabetismus in den ärmsten Ländern grassiert und auch von den Mullahs bewusst am Kochen gehalten wird. Wir wissen ja, dass die größten Feinde des Islams Bildung und Wissen verbunden mit Freiheit ist. Während das Christentum in Europa letztlich sich mit der Wissenschaft versöhnt hat (Glaube und Vernunft), hat der Islam noch nicht einmal allgemeine wissenschaftliche Grundsätze anerkannt, weil diese im Koran anders dargestellt sind und pocht auf Wissenschaftlichkeit der koranischen Thesen. Selbst das Internet kann nicht aufklären, wenn nicht gelesen werden kann.
So ist es!
Das ist ein wunderbarer Brief. Eine Antwort an den Islam und seine frauenfeindliche Ideologie und zudem jenen Iranern, die meinen, diese Frau sei nun aufgrund einer nackten Brust eine „…“ … Wenn du wüsstest, was es im Forum schon für Diskussionen darüber gab. Gott sei Dank wurde sie nicht beschimpft, wie ich es auf ihrer Facebook Seite gesehen habe, aber ich muss schon sagen, dass einige den Unterschied zwischen Pornografie und ästhetisch-kritischer Kunst einfach noch nicht verstanden haben.
„Schwarzes Leichentuch“ trifft es ganz genau. Eine Kultur der Farben, der Fröhlichkeit, der guten Gedanken wurde zu einer Kultur der Trauer, des Schwarzen, des Opferdaseins, der Angst, des bekloppten, ungerechten Gottes. Ich hab‘ kein Bock mehr auf den Scheiß! Ehrlich nicht. Ich will mein altes Iran zurück, das ich niemals erleben durfte. Ich durfte noch nicht einmal die Shah-Zeit erleben, dafür bin ich zu jung. Ich fühle gerade wieder Wut, soviel Wut. All die Opfer. All die Opfer …
Schatz, diese beschränkten User, die in Forum so reagiert haben, leben doch seit Jahren im freien Ausland, ziehen sich tagtäglich die Hollywood Filme rein und unter ihnen sind auch welche, die sich mit Porno satt fressen! Gerade solche sind bemitleidend! Soviel dazu! Warum darf eine europäische oder amerikanische Schauspielerin diesen Beruf mit allem drum und dran ausüben, aber wenn wir dran sind, sind die alle auf einmal Nâmusparast! Wenn sie soviel Stolz und Ehre fühlen, dann sollten sie protestieren, dass heute noch in den Nachrichten zu lesen war, dass iranischen Frauen nach Malaysia Zweck der Prostitution geschickt werden!!!! Ich bin auch jetzt wütend.
Und wie die Zeit von Šâh lecker war und schön, kann ich Dir wirklich stundenlang erzählen!
Gänsehaut …
Ja liebe Sherry, wir müssen stolz sein, sehr!
Wie krank muß man sein um natürliche weibliche Schönheit in einem Kartoffelsack zu verstecken. Wenn die Kerle im Orient ihre Geilheit nicht im Griff haben (wegen akuter Willensschwäche) , dann sollen gefälligst Scheuklappen tragen oder Löffelweise Soda essen soll ja auch helfen.
Mein Freund, diese Kerle müssen anfangen Kontrabücher lesen und nicht nur pro, das Gehirn ist leer!